Jubiläums-Stadtführung mit dem Wachsdieb von anno 771

Rottweil steuert auf das 1250-Jahr-Jubiläum der ersten Nennung von „Rotuvilla“ zu, die im Oktober mit Buchpräsentation und einer Ausstellung gefeiert wird. Passend dazu haben sechs Gästeführer nun eine neue gewandete Führung entwickelt. Angeboten wird sie ab September.

Manchmal haben Dinge ungeahnte Auswirkungen: Wäre er brav gewesen und hätte den Bienenstock nicht geklaut um daraus eine Pilgergabe zu formen, hätte der Chronist nicht im Zusammenhang mit dem Dieb die Ortsbezeichnung „Rotuvilla“ notiert. So aber haben wir für das Jahr 771 erstmals eine Nennung des Namens, der sich zu „Rottweil“ weiterentwickelte.

Wer war dieser offenbar recht mittellose Kerl, der mit dem Wachs eine Opfergabe für den Heiligen Gallus machen wollte? Das lässt sich kaum erkunden. Aber das Stadtführer-Team nutzt mit Freude an der Historie den Freiraum kreativ: Es lässt den Wachsdieb als gesprächigen Zeitzeugen aus dem Dunkel der Geschichte treten, der munter vom Leben im 8. Jahrhundert erzählt.

Und so machen es Petra Arand, Margot Groß, Anja Frommer, Bettina Auch, Joachim Maier und Peter Hugger noch mit anderen Persönlichkeiten: Auch sie berichten kurzweilig aus ihrer Zeit und dem damaligen Rottweil. Wie Zeitreisende gewandet tauchen sie beim Spaziergang durch die Stadt auf und schlagen eine Brücke zwischen heute und damals.

So entsteht ein Panorama vom frühen Mittelalter bis ins 21. Jahrhundert. Ein Hofgerichts-Bote ist dabei, ein Stifter des Kapellenturms, der Bruderschafts-Müller – mehr und Detaillierteres sei an dieser Stelle nicht verraten. Der Titel „Von Rotuvilla bis Rottweil – Eine aufregende Zeitreise durch 1250 Jahre Geschichte“ trifft die Führung jedenfalls gut.

Info: Buchen kann man die Führungen über die Tourist Information, Tel. 0741-494-280. Als Termine sind bisher geplant: Samstag 18. September, 13 Uhr und 16 Uhr, Sonntag 3. Otober,  11 Uhr und 14 Uhr, sowie Samstag 9. Oktober, 13 Uhr und 16 Uhr (nur bei großer Nachfrage). Weitere Termine wird es im Frühjahr 2022 geben.

NRWZ von Andreas Linsenmann (al)6. August 2021

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